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Funktionalität der CNM-Anwendung im Überblick
Inhalt
Customer Network Management (CNM) bezeichnet die kontrollierte
Weitergabe von Managementinformationen durch den Anbieter eines
Kommunikationsdienstes an die Dienstnehmer. CNM ermöglicht es
den Dienstnehmern, sich über den Zustand und die Qualität
der abonnierten Dienste zu informieren und diese in
eingeschränktem Maße selbst zu managen. CNM trägt
dem Paradigmenwechsel vom komponentenorientierten zum
dienstorientierten Management dadurch Rechnung, daß nicht
mehr ausschließlich "low-level-Daten" - wie z.B. Management
Information Base (MIB)-Variablen der Komponenten - betrachtet
werden, sondern aussagekräftige Informationen über die
Einhaltung der vertraglich ausgehandelten Dienstvereinbarungen. Im
folgenden wird die Funktionalität der Customer Network
Management Anwendung für das Münchener
Wissenschaftsnetz (MWN) beschrieben. Eine CNM-Anwendung steht
bereits ab August 2000 den Netzverantwortlichen der am MWN
angeschlossenen Einrichtungen zur Verfügung, um sie mit
aktuellen und historischen Informationen über den Zustand und
die Qualität des MWN zu versorgen. Neben einer Beschreibung
der Funktionalität soll ein Überblick über die
wesentlichen Neuerungen gegeben werden. Denn insbesondere auf Basis
der neuen Topologiemodellierung ist es nun möglich,
eine große Anzahl von Netzelementen und deren vielschichtige
Zusammenhänge einfach und intuitiv dargestellen zu
können. Zusätzliche Kennzahlen beschreiben weitere
Qualitätsmerkmale des MWN. Weiterhin ermöglicht der
Einsatz von JavaWebStart
erhebliche Performanceverbesserungen (durch Caching) und die
Implementierung von bisher nicht möglicher
Funktionalität.
Mit dem Münchner Wissenschaftsnetz (MWN) verbindet das
Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) diverse Standorte von Hochschulen und
Forschungseinrichtungen im Münchner Raum untereinander und
stellt die Konnektivität zum weltweiten Internet bereit.
Wesentlicher Bestandteil des MWN ist ein Kernnetz (Backbone) mit
einer Bandbreite von 10000/1000 MBit/s (Gigabit Ethernet). An
dieses Kernnetz sind die einzelnen Standorte mit Geschwindigkeiten
von 64 KBit/s bis zu 10000 MBit/s angeschlossen. Als zentrale
Komponente in der sternförmigen Topologie des MWN dient der
sogenannte Backbone Switch
(vgl. Abbildung 1). Der Backbone Switch
übernimmt dabei keine Routingfunktionalität, d.h. er
taucht z.B. in einem traceroute nicht auf.
Die CNM-Anwendung visualisiert die sternförmige Topologie des
MWN mit Hilfe von hierarchisch organisierten Karten. Ausgehend vom
MWN Backbone (vgl. Abbildung 1) können die Benutzer durch
diese Karten navigieren, und sich in die entsprechenden Standort
"hineinzoomen". Standorte werden dabei durch große Kreise
dargestellt und die damit referenzierten Karten sind durch die
roten Pfeile in denentsprechenden Komponentensymbolen erkennbar. Zu
jedem Standortnamen wird zusätzlich in Klammern der an diesem
Standort existierende Router angegeben. Vierecke symbolisieren
aktive Komponenten, d.h. die im MWN existierenden Router und
zentralen Switches. Die Topologiedarstellung innerhalb der
CNM-Anwendung beschränkt sich auf das Kernnetz des MWN. D.h.,
zu jedem Routerinterface werden nur die dort angeschlossenen
Einrichtungen oder Gebäudeteile mit einem kleinen Rechteck
dargestellt. Die detaillierten Strukturen von Institutsnetzen oder
von konkreten Gebäubeverkabelungen werden nicht einbezogen.
Linien zwischen Standorten und/oder Komponenten stellen Ethernet
Punkt-zu-Punkt Verbindungen (10000 MBit/s, 1000 MBit/s, 100 MBit/s
oder 10 MBit/s) dar.
Abbildung 2 zeigt beispielsweise die Standorte
Internet/G-WiN und Großhadern. Über den
Router csrwan im Standort Internet/G-WiN ist das MWN mit dem
nationalen Wissenschaftsnetz des DFN-Vereins (siehe http://www.dfn.de) verbunden.
Zusätzlich ist am Router csrwan die Demilitarisierte Zone}
(DMZ) angeschlossen. In der DMZ sind nach außen gerichtete
Serverdienste des LRZ (wie zum Beispiel WWW, EMail, Proxy, News
usw.) angesiedelt, um im MWN intern striktere
Sicherheitsanforderungen realisieren zu können.
Neben diesen topologischen Informationen wird zu
allen Verbindungen die konfigurierte Bandbreite [MBit/s] angezeigt.
Die Topologie- und Bandbreiteninformationen werden alle 3 Stunden
aktualisiert.
In Anlehnung an Managementplattformen werden die
Zustände der im MWN existierenden Komponenten (z.B. Router,
Verbindungen) durch entsprechende Einfärbung in den Karten
gekennzeichnet. Die Bedeutung der einzelnen Farben orientiert sich
dabei an der im Bereich des Managements üblichen Semantik:
Grün bedeutet OK, Gelb Warnung, Rot
Fehler und Blau bedeutet Zustand unbekannt. Alle
Zustandsinformationen einer Karte werden korreliert und
entsprechend an übergeordnete Karten propagiert, so dass ein
einziger Blick auf den Backbone Auskunft über den aktuellen
Zustand oder eventuelle Probleme im Zusammenhang mit dem MWN gibt.
Der Zustand eines Routers wird aus dem Zustand seiner Interfaces
berechnet. Analog wird der Zustand einer Punkt-zu-Punkt Verbindung
aus den Zuständen der Routerinterfaces der beiden
Verbindungsendpunkte berechnet. Da Institutsnetze und
Gebäudeverkabelungen nicht in die CNM-Anwendung einbezogen
werden, können ihre Zustände auch nicht berechnet werden.
Dementsprechend werden die durch kleine Rechtecke in der Anwendung
dargestellten Netze der angeschlossenen Einrichtungen Blau
eingefärbt (Zustand unbekannt).
Die genannten Zustandsinformationen werden alle
5 Minuten neu bestimmt. Neben diesem aktuellen Zustand der Router
und Verbindungen ist eine historische Analyse des Zustands im MWN
möglich. Abbildung 3 zeigt beispielsweise eine historische
Statistik über die Zustände des Routers csrkic am Standort
Großhadern in der Woche ab dem 13. Februar 2005. Der Zustand Warning am
Mittwoch wurde durch eine geplante Aufrüstung der lokalen
Switchinfrastruktur verursacht. Neben der Veranschaulichung des
Status als Funktion der Zeit wird zusätzlich noch die
prozentuale Verteilung des Zustands der jeweiligen Komponente auf
die beschriebenen Status bereitgestellt.
Neben diesen Fehlermanagementinformationen
bietet die CNM-Anwendung Performanceinformationen über die
augenblickliche Lastsituation im MWN. Anhand der Statistiken zu
Komponenten lassen sich eventuelle Leistungsengpässe innerhalb
eines Routers oder Switches ablesen:
- CPU-Auslastung [%]: Diese Kennzahl beschreibt die
mittlere Auslastung in Prozent des zentralen Prozessors einer
Komponente über die letzten 5 Minuten.
- Forwarded Datagrams [Datagramme/s]: Mit diesem Indikator
werden die von einem Router pro Sekunde weitergeleiteten Datagramme
angegeben. Für Komponenten, die keine
Routingfunktionalität übernehmen (siehe z.B. Backbone
Switch) sollte dieser Wert gleich Null sein.
- Not Forwarded Datagrams [Datagramme/s]: Für einen
Router kennzeichnet dieser Indikator alle nicht weitergeleiteten
Datagramme (pro Sekunde). Als Ursachen für das Verwerfen von
Datagrammen können Fehler bei der Wegewahl, fehlerhafte Header
oder Zieladressen, gefilterte Datagramme (z.B. broadcast Pings,
Spoofing), usw. sein.
- Received Datagrams [Datagramme/s]: Diese Kennzahl
bezeichnet die Summe der weitergeleiteten Datagramme und der
verworfenen Datagramme und beschreibt somit die Gesamtzahl der
empfangenen Datagramme pro Sekunde. Diese Kennzahl dient im
wesentlichen zur Berechnung des folgenden Indikators:
- Forwarding Rate [%]: Die Forwarding Rate beschreibt das
Verhältnis der erfolgreich weitergeleiteten Datagramme zu
allen empfangenen Datagrammen (d.h. sowohl erfolgreich
weitergeleiteten als auch verworfenen Datagrammen) pro
Sekunde.
Zu Verbindungen zeigen die folgenden Statistiken
die aktuelle Lastsituation:
- Durchsatz: Der Durchsatz einer Verbindung kennzeichnet
die übertragene Datenmenge und kann entweder in KBit/s oder
MBit/s ausgewählt werden.
- Auslastung [%]: Die Auslastung einer Verbindung stellt
das Verhältnis des Durchsatzes in Bezug auf die zur
Verfügung stehende Bandbreite in Prozent dar.
Die Kennzahlen Auslastung und Durchsatz
können statt als Text auch als farbige Pfeile an den
Verbindungen visualisiert werden. Die Bedeutungen der verwendeten
Farben werden hierbei in einer kleinen Legende unten links
dargestellt.
Alle diese Statistiken werden in 5
Minuten-Intervallen aktualisiert. Neben diesen aktuellen Werten
können ebenfalls die entsprechenden historischen Tages-,
Wochen- und Monat- und Jahresstatistiken abgerufen werden.
In Abbildung 4 wird beispielhaft der Verlauf des
Durchsatzes anhand der Verbindung des MWN zum G-WiN dargestellt.
Die Abbildung zeigt zwei Graphen (Hin- und Rückrichtung)
für den Durchsatz [MBit/s] der Verbindung zwischen den Routern
csrwan und Backbone Switch
in der Woche ab dem 6. März 2005. Darüber
hinaus werden die im Beobachtungszeitraum aufgetretenen Minimal,
Maximal- und Durchschnittswerte berechnet und dargestellt. Für
Wochen und Monats- und Jahresstatistiken findet aus
Darstellungsgründen eine Aggregation durch Mittelwertbildung
statt und daher kann die Darstellung des Verlaufs von
Verbindungsstatistiken weiter verfeinert werden: Mittels des
Menüpunkts kann von der Darstellung des Verlaufs der Hin- und
Rückrichtung (d.h der Mittelwerte) auf eine detaillierte
Darstellung entweder der Hin- oder der Rückrichtung gewechselt
werden. Diese Detaildarstellungen zeigen zusätzlich den
Verlauf der Minimal-, Mittel- und Maximalwerte der gewählten
Verbindungskennzahl.
In Abbildung 5 wird die CPU-Auslastung eines
Routers am Beispiel csr1cz
dargestellt. Der Graph zeigt den Verlauf der
CPU-Auslastung in der Woche ab dem 6. Februar 2005. Zusätzlich
wird die minimale, maximale und durchschnittliche Auslastung in
diesem Woche angegeben.
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18. März 2005